Bundesliga-Kämpfe direkt ins Wohnzimmer übertragen

veröffentlicht am22. Januar 2022 » 901 Views»
verfasst von Thomas Willmann – Schweriner Volkszeitung
Ihren ersten Einsatz hat die neue Technik bereits hinter sich. Beim umjubelten Lübtheener 16:10-Sieg gegen den RSV Rotation Greiz zum Abschluss der Bundesliga-Saison saß RVL-Schriftwart Robert Schwenck am Laptop und stand Alexander Compas an der Kamera, um das Kampfgeschehen als Livestream aus der Hans-Oldag-Halle zu übertragen. „Es lief noch nicht alles so, wie wir uns das vorgestellt haben, aber für einen Testlauf war das schon okay“, wertete Schwenck die Premiere gleich vor Ort aus. Das Feedback sei in jedem Fall positiv gewesen. Wer sich selbst vom Ergebnis überzeugen möchte: Der Stream vom Bundesliga-Kampf ist auch heute noch bei Sportdeutschland.TV zu finden.

Der RV Lübtheen möchte künftig alle seine Bundesliga-Kämpfe als alternatives Angebot auf diesem Weg übertragen. „Natürlich wiegt das die Nähe und die Liveatmosphäre, die wir in der Halle bieten, nicht auf, aber es gibt uns die Möglichkeit, diese tolle Sportart direkt in die Wohnzimmer zu bringen“, spricht Bert Compas von einem weiteren Entwicklungsschritt für seinen Verein. Der RVL-Vorsitzende freut sich, personell auch für diese Aufgabe gut aufgestellt zu sein.
Neben Schwenck und Alexander Compas gehören Matthias Kranz, der schon lange die Technik bei Bundesliga-Kämpfen in der Oldag-Halle betreut, und Jonas Fentzahn aus der Oberliga-Mannschaft des RVL zu dem Quartett, das sich in Sachen Livestreaming schlau gemacht hat. Internet und Videos dienten als Quellen: Wie funktioniert das, was braucht man an Technik?
Dass diese Fragen für den Verein überhaupt so in den Mittelpunkt rückten, ist einem im vergangenen Februar aufgelegten Förderprogramm für Kleinprojekte zu verdanken, das aus Bundes- und Kreismitteln gespeist wird. Die Lübtheener richteten einen Förderantrag an die im Landratsamt angesiedelte „Lokale Aktionsgruppe SüdWestMecklenburg“. Der RVL wolle zukunftsorientiert die Digitalisierung im Verein umsetzen und dadurch einen Mehrwert für Akteure und Zuschauer erzeugen, hieß es darin. Auf einem „Einkaufszettel“ waren die geplanten Anschaffungen wie zwei hochwertige Kameras, ein Laptop, zwei Beamer und diverses Zubehör aufgeführt.
Im September flatterte der erhoffte positive Bescheid auf den Tisch, der 80 Prozent der insgesamt veranschlagten knapp 6000 Euro als Zuwendung bewilligte. Robert Schwenck und seine Mitstreiter kümmerten sich dann um die Anschaffung.
Die neue Technik wollen die Lübtheener Ringer jetzt intensiv in ihre Vereinsarbeit einbauen. „Die Übertragungen der Bundesliga-Kämpfe sind auch interessant für Gäste-Fans. Da kamen schon öfter Anfragen“, sagt Schwenck. Der Nutzen soll sich aber längst nicht auf die Bundesliga beschränken. Die Kombination aus Laptop und Beamer bietet sich zum Beispiel für Schulungs- und Technikvideos oder auch für die Übertragung von Großereignissen wie der Ringer-Weltmeisterschaft an – die Bandbreite ist groß.

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